Wirtschaft & EU
Durch die Schaffung des EU-Binnenmarktes, der zu den größten der Welt gehört, wird nicht nur das Vertrauen in Standards anderer Mitgliedsstaaten und Technologien gefördert, sondern auch ein einheitliches Unternehmens-und Handelswesen gewährleistet. Auch wenn es einige Ungleichheiten gibt, wie beispielsweise bei der Höhe des Pro-Kopf-Einkommens, wurden in den letzten Jahren schrittweise die Hemmnisse einer grenzüberschreitenden Wirtschaft aus dem Weg geräumt. Neben der Öffnung der Grenzen nach dem Schengen-Abkommen und der Einführung des Euros in zwölf Staaten der EU wurden für bisherige Monopolbereiche der Telefon-und Fluggesellschaften, Postdienste, sowie Gas-und Stromanbieter die Möglichkeit des offenen Wettbewerbs geschaffen.
So können die EU- Bürger die Anbieter in den verschiedenen Gebieten selbst Wählen und die Preise vergleichen. Durch diese Wettbewerbsliberalisierung stehen die Unternehmen der EU an der Weltspitze. Laut einer Publikation des europäischen Amtes für Veröffentlichungen stammen von den 100 größten Unternehmen der Welt 32 aus der EU, ähnlich sieht es bei Geschäftsbanken und Marken aus. Außerdem sorgt die Europäische Kommission dafür, dass in Mitgliedsstaaten nur wirklich bedürftige, wirtschaftlich schwache Unternehmen subventioniert werden dürfen.
Seit 1992 wurden im Rahmen des Binnenmarktes, mit der einheitlichen Europäischen Akte 1986 vertraglich festgehalten, ungefähr 2,5 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Außerdem wachsen die Direktinvestitionen seit der Gründung der EU mit Ausnahme der weltweiten Wirtschaftkrise 2008/2009 stetig an und die Freizügigkeit innerhalb der Union führte zu einer effizienteren Nutzung der Arbeitnehmerqualifikation. Zudem soll die Wirtschaft der EU durch Kontrollen zur Einhaltung des Stabilitäts-und Wachstumspakts stabil gehalten werden.
Trotz all dieser Errungenschaften hat die EU ihr volles wirtschaftliches Potenzial noch nicht ausgeschöpft: Unternehmen in der EU wachsen deutlich langsamer als zum Beispiel in den USA, was vor allem an bürokratischen Barrieren, finanziellen Problemen nach Gründungen und hohen Kosten im Bezug auf Patentrechte liegt. Darüber hinaus muss der technologische Abstand zu den Vereinigten Staaten und Japan aufgeholt werden. Ein weiteres zukünftiges Problem im Hinblick auf Beschäftigung und Rentensicherung ist, dass Europa die niedrigsten Geburtenraten und höchsten Lebenserwartungen der Welt hat. Dennoch kann die EU dank ihrer stabilen und robusten Wirtschaft diese Herausforderungen meistern.